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Editorial

Von: Annelies Pichler

Eingeknickt und aufgerichtet

Oft knistert und knackt es im Gebälk und wir wissen: Das ist normal. Dann wieder knickt eine Blume ein und wir kennen Tricks, sie wieder aufzurichten. Bei Haushaltsgeräten sind wir schon viel zurückhaltender. Ist die Waschmaschine kaputt, dann muss eine neue her. Das ist in unseren Gehirnen schon so fest eingespeichert, dass wir oft gar nicht mehr auf die Idee kommen, das Gerät zu reparieren. Das aber ist ein immenser Fehler, der die Umwelt so empfindlich treffen kann, so dass es bald kein Klacks mehr ist, sie wieder in Fluss zu bringen.
Österreichweit werden jährlich 83.000 Tonnen Elektromüll entsorgt. Diese Menge ließe sich durch Reparaturen leicht reduzieren. Inzwischen gibt es Initiativen, die sich dieses Problems annehmen, indem sie Hilfestellungen für Reparaturen und Bewusstseinsarbeit leisten. Aktuell läuft eine Petition, mit der österreichweit
Reparaturförderungen erreicht werden sollen. Eine Vorreiterrolle hat die Stadt Graz inne: Hier steht jedem Haushalt einmal pro Jahr bereits eine Förderung in der Höhe der Hälfte der Reparaturkosten bis maximal 100 Euro zu.
Manchmal aber knickt eine menschliche Existenz und bricht in sich zusammen. Und dann braucht es oft lange, bis der oder die Betroffene wieder die Kraft hat, sich aufzurichten. Unser ehemaliger Kolumnist Inot, der mit seinen Haftnotizen über Jahre viele Megaphonleser/innen beeindruckt hat, schreibt in dieser Ausgabe
über das Hinfallen und Aufstehen – so wie er es erlebt hat (Seiten 11 und 12).
Viel Erschütterndes hat unser Verkäufer Veton Jahaj zu verkraften. Sein kleiner Sohn ist schwer krank. Jedes Mal, wenn sein Kind operiert wird, geht er durch eine Hölle und immer, wenn er sein Kind, wieder munter, in den Armen hält, öffnen sich für ihn und seine Frau Welten (Seiten 16 und 17).

Viel Tatkraft zeigte der Bürgermeister der ostdeutschen Stadt Golzow. Um zu verhindern, dass die Schule des Ortes geschossen wird, weil sich zu wenige Kinder angemeldet hatten, ergriff er die Initiative und bemühte sich um den Zuzug von Flüchtlingen in sein Dorf. Die Idee ging auf und im Rahmen des Crossroads-Filmfestivals wird heuer die Dokumentation dazu gezeigt (Seiten 8 und 9).

In dieser Ausgabe verabschiedet sich auch Biobauer Otto Knaus, der uns damit mit seiner letzten veganen Jaus`n verwöhnt hat. Wir danken ihm für das Jahr der Zusammenarbeit und werden ihn bestimmt auch in seiner Bio-Buschenschank im südsteirischen Sulztal besuchen. Der Oktober ist perfekt dafür!

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