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Respekt

Von: Annelies Pichler

Beim Gedanken an den Kongo drängt sich dieses Bild auf: eine mit Gold, Coltan und anderen Schätzen gefüllte Kiste, um die sich viele Menschen reißen. Die mit den stärksten Greifarmen und dem größten Profit sitzen jedoch außerhalb Afrikas. Das Leid, das der Kampf um die Schätze verursacht, ist samt seinem Krieg aus unserem Bewusstsein so gut wie ausgeblendet.
Der Schweizer Regisseur Milo Rau hat mit einem Aufsehen erregenden Film dagegengehalten. Im „Kongo Tribunal“ lässt er in einem fiktiven Gerichtsverfahren Menschen zu Wort kommen, die, käme es zu einem echten Prozess, ebenso geladen würden. Idee und Projekt sind so stark und für die Betroffenen im Kongo oft auch so erlösend, dass Aktivistinnen und Aktivisten weitere Tribunale abhalten wollen. Wir widmen dieser grandiosen Menschenrechtsaktion vier Seiten und freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Magazin brennstoff, das uns die Artikel zur Verfügung gestellt hat. Und schließen uns dem inhärenten Appell „Macht die Augen auf und schaut, was ihr tun könnt“ an (Seiten 8 bis 11).

Respekt vor dem anderen ist eine Grundvoraussetzung für das Zusammenleben. Es ist auch eine Art, seine eigenen Grenzen auf freundliche Art zu erkunden. Unsere Kolumnistin Chia-Tyan Yang hat viel dazu zu sagen. Sie wurde in einem Land geboren, das der große Nachbar China schon immer gerne für sich gehabt hätte. Dass heute die Eigenständigkeit Taiwans auch von anderen Ländern immer weniger respektiert wird, verunsichert nicht nur Chia-Tyan Yang, wie sie in ihrem Artikel über ihre jüngste Reise nach Taiwan beschreibt (Seiten 6 und 7).
Auf materiell unsicheren, in seiner Identität aber äußerst gefestigten Wegen ist Hans Breuer unterwegs. Als Musiker und Wanderschäfer lebt er ein Leben, mit dem vielleicht auch manch anderer liebäugelt, das aber so viel Mut erfordert, dass sich kaum jemand dazu entschließt. Wir sagen dazu nur: Hut ab! Und freuen uns darüber, dass er am 24. Juli im Megaphon-Café im Auschlössl auftreten wird (Seiten 14 und 15).

Für uns andere ist das ausschweifende Wanderleben wohl mehr eine Option für die Ferienmonate. Eine ausnehmend schöne, die uns nicht nur der Natur näher bringt, sondern auch anderen Menschen. Dass diese oft überraschend andere Sitten haben als wir selbst, überrascht unsereins immer wieder. Reise-Profi Christian Hlade von Weltweitwandern und Reise-Professor Harald Friedl haben ein Reisequiz erstellt, das Ihnen dabei helfen kann, in der Fremde aufgelegte Fettnäpfchen zu umgehen. Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer!

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