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Nur zu!

Von: Annelies Pichler

Beginnen wir etwas. Nutzen wir die Chancen. Die sind nämlich immer da. Nur nehmen wir sie allzu oft einfach nicht wahr. Weil wir unser Sensorium dafür ausgeschaltet haben und es vorziehen, im gewohnten Trott zu verharren. Als ob es ausgemachte Sache wäre, dass die Zukunft nichts anderes bereithält, als das, was wir schon kennen. Dieser Weg mag gemütlich sein, doch er kann uns teuer zu stehen kommen. Denn er macht uns blind für die vielen Wege und Gelegenheiten, die es sonst noch gibt.
„Nur wer vorausdenkt, erreicht am Ende sein Ziel“, mahnen die Trainer/innen in den Slums Ugandas die Mädchen und Buben in den Schach-Akademien. Mehr als tausend Kinder lernen in diesen Einrichtungen, dass es nichts bringt, immer nur dem ersten Impuls zu folgen. Augen offenhalten, Chancen erkennen und vor allem: ein Ziel anpeilen. So kommen sie im Schach weiter – aber auch im Leben. Wie Phiona Mutesi, die berühmteste Schülerin der Akademie, die sich später auch in internationalen Turnieren durchgesetzt hat und über die sogar ein Disney-Film – „The Queen of Katwe“ – gedreht wurde (Seiten 10 und 11).

Mit offenem Blick und entschlossen geht auch die Anwältin und Aktionistin Tara Houska durchs Leben. Sie ist vorne dabei, wenn es darum geht, die Rechte indigener Völker zu verteidigen, und eng verbunden damit, wenn es darum geht, die Natur zu bewahren. Sie ist überzeugt: Das Wichtigste in diesem steten Einsatz ist es, Gemeinschaften zu bilden. Das geht nur, wenn die Ziele gut erklärt werden und viele erkennen, dass es hier nicht um Protest an sich geht, sondern um Anliegen, die im Grunde jede/n etwas angehen. Beim steirischen Festival Elevate sprach sie über ihren Weg und in diesem Rahmen trafen wir sie auch zum Interview (Seiten 8 und 9).
Auf völlig neuem Terrain befinden sich junge Burschen, die mit den strikten Moralvorstellungen ihrer Eltern aufgewachsen sind und sich plötzlich in einem neuen Land wiederfinden, in Österreich, in dem diese Ideale nicht nur keine Geltung haben, sondern vollkommen abgelehnt werden. Eine Situation, die verwirrt und schmerzt. Das Caritas-Projekt „Heroes“ hat nach Berliner Vorbild einen Kurs entwickelt, der den jungen Männern hilft, zu den Werten unserer Gesellschaft zu finden. Mehr noch, der sie zu Vorbildern für andere machen soll (Seiten 16 und 17).

Ja, so schwer es manchmal auch fällt, sich etwas Neuem zu öffnen – es lohnt sich. Besonders dann, wenn wir mit wachem Blick, offenem Herzen und klarem Kopf jene Chancen aufspüren, die ohnehin schon auf uns warten.

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