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"Stürmer mit Torgarantie"

Von: Mike Markart

Autor begegnet Verkäufer.
Diesmal Mike Markart über Benjamin Okafo

Ich treffe Benjamin Okafor an einem der ersten richtig warmen Tage des Jahres 2013 im Megaphon-Café im Grazer Augarten. Zuerst werden Fotografien von uns gemacht. Für ein Bild haben wir uns auf die Mittellinie der Straße zu stellen. Der Fotograf möchte, dass wir uns unterhalten. „Two cool guys“, sagt Benjamin zu mir. Ich muss lachen. Für unser Gespräch können wir im Freien sitzen und ich bitte Benjamin, einfach zu erzählen. Ich will nicht fragen, sondern mich darauf verlassen zuzuhören, was er zu sagen hat, was ihm wichtig ist.

Benjamin Okafor kam im April 2011 von Nigeria nach Österreich. Zuerst Traiskirchen. Dann Deutsch Tschantschendorf im Burgenland. Luckily I’m a football player, a striker, sagt Benjamin. Er begann bei Tobaj/Hasendorf in der burgenländischen 2. Klasse Süd B zu trainieren und kam aufgrund seiner guten Leistungen über die Reserve bald auch zu Einsätzen in der Kampfmannschaft. Carina Ganster von der Burgenländischen Volkszeitung bezeichnete Benjamin als den „Mann mit der eingebauten Torgarantie“. Am 23. Oktober 2011 erzielte der mit der Nummer 9 spielende Stürmer gegen Deutsch Tschantschendorf 8 Tore! Auf Leihbasis spielte er zwischenzeitlich auch bei Post SV Graz. In der 16. Runde der letzten Saison schoss der in der 59. Minute eingewechselte Stürmer einen lupenreinen Hattrick gegen Hausmannstätten und wurde daraufhin zum Spieler der Runde gewählt. Seit Ende des Leihvertrages spielt der 27 Jahre alte Benjamin Okafor wieder für Tobaj/Hasendorf. Aufgrund der großen Distanz zwischen seinem Wohnort Graz und Hasendorf keine ideale Situation.

Es ist naheliegend, dass ich als leidgeprüfter Anhänger des GAK gedanklich kurz abdrifte und mir vorstelle, wie hilfreich Benjamins eingebaute Torgarantie für den GAK wäre, wenn dieser im Sommer, in welcher Liga auch immer, neuerlich beginnt, Fußball zu spielen. Ich fange mich aber sofort und konzentriere mich wieder auf Benjamins Ausführungen.

Seit Ende 2011 lebt er nun in Graz. In seiner Kirche (Redeemed Christian Church of God) spielt er Drums. Montags und dienstags besucht Benjamin einen Deutschkurs. A1.1 hat er bereits absolviert. Nun lernt er für das A1-Zertifikat, das er im Juni erwerben möchte.

Benjamin ist ein faszinierender Erzähler. Ich genie-ße es, mir aus seinem Leben berichten zu lassen. Er umreißt seine Zukunftspläne: „I want to finish my Deutschkurs.“ Er möchte lernen, fließend Deutsch zu sprechen, um einen Hauptschulabschluss machen zu können, der es ihm erlaubt, einen Beruf zu erlernen. Welchen? Automechaniker! „Automechaniker is a great job!“ Ich zweifle nicht daran, dass es ihm gelingen wird, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Security is super here in Graz“, sagt Benjamin zu mir „and the people, oh my god, they are so friendly to me.“ Und abschließend stellt er fest: „Many of the people I meet
want me to stay here. I’m well integrated. And I want to stay. I feel like home.“

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