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Baodoboys: Baodoboys (© Mavric)

MEGAPHON IN TON Volume 3

Von: Christof Huemer

BAODO BOYS. Sie entwickeln in Graz die traditionelle Egedege-Musik der Igbo weiter. Und Baodo-Boys-Mastermind Joseph Dim hat noch größere Pläne.

Joseph Dim kann zu dem scheinbar in alle Richtungen rollenden „Ozioma“ viel erzählen. Dim, man muss das hier verknappen, ist Künstler, Präsident, Tausendsassa, musikalischer Kopf der „Baodo Boys“, und was er berichten kann, sollte Bücher füllen. Hier sei aber zunächst weitergegeben, dass Dim ursprünglich aus Nigeria stammt, genauer aus der Region der Igbo, eine Herkunft, die KennerInnen afrikanischer Musik anhand von „Ozioma“ schon vermuten: Von dort stammt nämlich auch Theresa Onuorah, eine Dame, die das moderne Gesicht westafrikanischer Musik prägte und sowohl als Champion wie auch als Lordsiegelbewahrerin des „Egedege“ gilt.
„Egedege“, kann Dim erzählen, ist ein traditioneller Tanz, den die auch „Queen of Africa“ genannte Onuorah in den 1980ern modernisierte. Auf dieses Wirken berufen sich dann auch die „Baodo Boys“, die wiederum eine von drei Musikgruppen des Kunstvereins Baodo sind, welcher wiederum nur einer von drei Vereinen ist, denen Joseph Dim vorsteht. Dim kann erzählen, dass er die Band gemeinsam mit Okey Okeke und Miracle Dim gegründet hat. Dass die Boys der Band aktuell aus Nigeria, Kongo, Gabun, Ghana und Angola, also nicht nur aus Westafrika, stammen, was die musikalische Kommunikation („Die Trommeln ‚sprechen‘ zueinander“) herausfordernd gestaltet. Und dass diese Besetzung variieren kann, da viele der Musiker Asylwerber sind. Einladungen von Festivals, etwa aus Australien, empfinden die Boys, die es geschafft haben, sowohl mit Waterloo & Robinson als auch mit Binder & Krieglstein zu musizieren, demnach als Anerkennung. Absagen müssen sie trotzdem.  
Joseph Dim, dem mittelfristig eine politische Karriere vorschwebt, kann auch erzählen, dass „Ozioma“ übersetzt „Gute Nachrichten“ bedeutet. Und weil es zum Titel passt und es manchmal Wichtigeres als Musik gibt, sei hier erwähnt, dass Dim in seiner nigerianischen Heimat eine Schule bauen will. Das Projekt könnte jederzeit umgesetzt werden. Jetzt ist finanzielle Unterstützung gefragt. Gute Nachrichten, irgendwer?  

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